Bremen: Fax nicht DSGVO-konform

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Steht das Telefax auch mit Blick auf den Datenschutz vor dem endgültigen Aus? Vor kurzem hat Imke Sommer, Bremer Landesbeauftragte für Datenschutz, diese Technik für die Übertragung personenbezogener Daten als „in der Regel nicht geeignet“ eingestuft. Durch geänderte Technologien hätten neue Sicherheitsrisiken Einzug gehalten.

Die Datenschutzbehörde schreibt dazu auf ihrer Internetseite: „Bisher wurden beim Versand von Faxen exklusive Ende-zu-Ende-Telefonleitungen genutzt. Technische Änderungen in den Telefonnetzen sorgen jetzt dafür, dass keine exklusiven Leitungen mehr genutzt werden, sondern die Daten paketweise in Netzen transportiert werden, die auf Internet-Technologie beruhen.“ Zudem könne nicht mehr davon ausgegangen werden, dass an der Gegenstelle der Faxübertragung auch ein reales Fax-Gerät existiere. Meist würden Systeme genutzt, die ankommende Faxe automatisiert in eine E-Mail umwandelten und diese dann an bestimmte E-Mail-Postfächer weiterleiteten.

„Aufgrund dieser Umstände hat ein Fax hinsichtlich der Vertraulichkeit das gleiche Sicherheitsniveau wie eine unverschlüsselte E-Mail (welche oftmals mit der offen einsehbaren Postkarte verglichen wird). Fax-Dienste enthalten keinerlei Sicherungsmaßnahmen, um die Vertraulichkeit der Daten zu gewährleisten. Sie sind daher in der Regel nicht für die Übertragung personenbezogener Daten geeignet“, zieht der Bremer Datenschutzbeauftragte als Fazit. Gemäß Artikel 9 Datenschutzgrundverordnung dürfen Fax-Dienste also für die Übertragung personenbezogener Daten bestimmter Kategorien nicht mehr genutzt werden. Dazu zählen beispielsweise die ethnische Herkunft, politische Meinungen, religiöse oder weltanschauliche Überzeugungen, aber auch genetische oder biometrische Daten zur eindeutigen Identifizierung einer natürlichen Person und Gesundheitsdaten.

Als Alternative werden nicht nur Ende-zu-Ende verschlüsselte E-Mails empfohlen, sondern für sensible Daten auch die herkömmliche Post. Andere Bundesländer und deren Datenschutzbeauftragte haben sich zur Frage der Verwendung von Fax-Geräten noch nicht geäußert.